• Wenn Mutter Erde überleben soll, muss sich etwas ändern: Das heißt auch zu überlegen, welche Technologien uns im 21. Jahrhundert begleiten sollen, um ökologisch verantwortungsvoll zu leben und zu wirtschaften. Eine dieser Technologien könnte die Photovoltaik sein.
  • Schließlich stößt die herkömmliche Energiegewinnung langsam an ihre Grenzen: Die hierzu verbrauchten Ressourcen wie Öl, Gas und Kohle wachsen nämlich nicht auf den Bäumen, sondern werden irgendwann aufgebraucht sein. Da durch den Klimawandel und die wachsende Erdbevölkerung der Energiebedarf weiter steigt, könnte man bald im Dunkeln sitzen. An vielen Orten wird deshalb am Ausbau verschiedener Arten erneuerbarer Energiegewinnung gearbeitet. Neben Wind- und Wasserkraft ist auch die Photovoltaiktechnologie, die Energie aus Solarzellen gewinnt, auf dem Vormarsch.
  • Dabei war Photovoltaik vor noch gar nicht so langer Zeit das Stiefkind unter den erneuerbaren Energien: Durch die hohen Kosten der Komponenten war diese Art der Stromgewinnung sehr teuer und galt eher als etwas für Idealisten, denen die gute Sache wichtiger als der eigene Geldbeutel ist. Das hat sich jedoch geändert, seit die technologischen Fortschritte dafür sorgen, dass man mit Photovoltaik nicht nur der Umwelt, sondern auch der Haushaltskasse Gutes tut und hier nicht mehr draufzahlt.

Flexible Verteilung

Inzwischen sind Photovoltaikanlagen konkurrenzfähig und werden langfristig eventuell den günstigsten Strom liefern. Eine Studie des Fraunhofer Instituts aus dem vergangenen Jahr prognostiziert, dass bei der Solarenergie die Erzeugungspreise bis 2050 auf bis zu 2 Cent pro Kilowattstunde fallen könnten.

Dass Photovoltaik eine wesentliche Zukunftstechnologie werden könnte, erklärt sich aber nicht nur ökonomisch, sondern auch technologisch: Die Photovoltaik hat gegenüber Wind- und Wasserkraftwerken den Vorteil, dass sie dezentral einsetzbar ist. Während der Wirkungsgrad dieser Alternativen von der Größe der Rotoren oder Turbinen ist, müssen Solarzellen nicht en bloc installiert, sondern können verteilt werden. Das prädestiniert sie für die Stromversorgung einzelner Gebäude.

Zudem sind Solarzellen heute auch erheblich intelligenter als noch vor zehn Jahren: Smarte Module liefern Informationen in Echtzeit und jede Einheit reguliert sich selbst. Die kleinste Schattenfläche führt nicht mehr zu einem Leistungsabfall der gesamten Anlage, sondern beeinträchtigt nur das einzelne Modul. Durch die im Voraus erstellte Diagnose sind zudem Wartungsarbeiten mit weniger Aufwand und Kosten zu bewerkstelligen.

Hilfe am Bau

Dass das Potenzial der Photovoltaik immer noch unterschätzt wird, liegt auch daran, dass viele sich über die Möglichkeiten nicht im Klaren sind: Photovoltaik liefert nicht nur Elektrizität. In Kombination mit anderen Technologien können auch die Warmwasserversorgung und die Heizung mithilfe von Solarenergie versorgt werden. Durch die Kopplung mit anderen Systemen lassen sich somit in einem Haushalt die Betriebskosten verringern, der CO2-Fußabdruck reduzieren und die energetische Gesamtbilanz verbessern.

Diese Multifunktionalität ist vielen Verbrauchern noch nicht bewusst, ohnehin dominieren am Markt häufig noch die alten Vorurteile von Solarenergie: Neben vermeintlich hohen Anschaffungskosten, hält sich die Vorstellung, dass Photovoltaikanlagen schwierig in den Hausbau zu integrieren seien. Früher brauchte man schließlich ein südlich geneigtes Dach, auf dem die Module als Gesamtfläche angeordnet wurden – und sich dabei in bestimmten Fällen sogar kontraproduktiv gegenseitig verschatteteten.

Der Vorbehalt gegenüber Photovoltaik ist häufig auch ästhetischer Natur: Endverbraucher wie Architekten befürchten, sich ihr Haus zu verschandeln. Dabei ist es heute möglich, auch Photovoltaikelemente auf die optischen Bedürfnisse anzupassen. Solarzellen können als eigene Bauteile wie als Dachhaut oder Balkongeländer eingesetzt werden. Das wenig ansehnliche Solarzellenstandardmodell ist mittlerweile Vergangenheit.

In der Fassadenintegration liegt außerdem das größte Potenzial, um Photovoltaik nicht nur wie derzeit vor allem auf dem Land einzusetzen, sondern auch Häuser in der Stadt so verstärkt mit Energie zu versorgen. Bis es aber Häuser ohne Stromanschluss gibt, wird es noch Jahrzehnte dauern. Die Photovoltaik ist immerhin ein Schritt dorthin.