Thomas Balázs
Direktor für Infrastruktur und Organisationsentwicklung des Wiener Krankenanstaltenverbundes
Foto: Bernhard Noll

Antwort: Schon bei der Planung müssen beispielsweise moderne Heilungsansätze wie Therapiegärten oder die eHealth- Implementierung mitbedacht, bzw. berücksichtigt werden.

Die Planung eines großen Krankenhauses, das in Zukunft eines der modernsten Spitäler Europas darstellen soll, umfasst neben den herkömmlichen Facetten eines Hochbau-Projekts auch die umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Thema Modernes Gesundheitsmanagement und der  Implementierung von spitalsweiten eHealth-Angeboten. Dazu Thomas Balázs, Direktor für Infrastruktur und Organisationsentwicklung des Wiener Krankenanstaltenverbundes:  „Beim Bau eines neuen Krankenhauses ist es vor allem wichtig, die entsprechenden Anforderungen der jeweiligen Region zu berücksichtigen und dafür die nötige Infrastruktur zu errichten. Dabei darf man nicht aus den Augen verlieren, dass die geschaffene Infrastruktur aber auch so weit wie möglich flexibel und modular zu sein hat.“

Grünflächen und natürliches Licht im Krankenhaus Wien Nord
In der Planung des neuen Krankenhauses Wien Nord kommen bauliche Tricks und Kniffe wie etwa die Integration von sogenannten Therapiegärten in den Außenanlagen zum Einsatz. Der Park teilt sich in unterschiedliche Zonen, mit zunehmender Distanz zum Krankenhaus reduziert sich die Intensität der Gestaltungselemente. Unmittelbar beim Krankenhaus sind zum Beispiel Therapiegärten geplant, in denen auch Physiotherapien durchgeführt werden können . Aus diesem Grund werden dort Turngeräte aufgestellt. „Weiters bringt eine hohe Zahl an Grünflächen auch eine stärkere Durchdringung des Gebäudes mit natürlichem Licht. Das erhöht die Lebensqualität und die psychische Gesundheit und fördert damit auch den Heilungsprozess“, erklärt Direktor Balázs. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben sich bei einem Neubau Möglichkeiten, mitzureden und sich etwa an der Einrichtung aktiv zu beteiligen. Ein weiterer Punkt rund um das Thema Wohlbefinden und Förderung von Heilungsprozessen ist die Größe der Krankenhauszimmer. Hier führt der Weg zukünftig eher in Richtung kleinerer Ein- oder Zweibettzimmer. „Beim Thema Zimmergröße versucht man, eine Flexibilität in der Zimmerstruktur zu schaffen: Einerseits um PatinetInnen mit ähnlichen Erkrankungen zusammenlegen zu können. Andererseits aber natürlich auch, um ein möglichst großes Wohlbefinden aller zu ermöglichen.“

Mit eHealth top informiert
Ein großer und zukunftsweisender Punkt in Sachen modernes Gesundheitsmanagement ist das Thema eHealth. Was man darunter genau versteht, erklärt der Experte so: „Der Begriff eHealth beschreibt Einsatz und Zusammenarbeit moderner Kommunikationstechnologien mit der Medizin. Das bedeutet zum Beispiel dass sich digitalisierte Patientenakten, Röntgenbilder, Laborwerte und Arztbriefe in einem zusammenhängenden System befinden. Dadurch erhalten behandelnde Ärzte vollen Zugriff auf die oft so dringend benötigten aktuellen Informationen zur jeweiligen Patientin oder zum jeweiligen Patienten. Die Gefahr, dass etwa Befunde beim Transport verloren gehen, wird minimiert.“ Bei alten Spitalsgebäuden ist es oft schwierig, das Thema eHealth umzusetzen, da die bauliche Infrastruktur einfach fehlt. Bei einem Neubau aber lässt sich eHealth flächendeckend implementieren. Vom Computerraum bis zum Terminal am Krankenbett für Onlinebefunde etwa.