Dr. Willi Nowak
Geschäftsführer des VCÖ – Mobilität mit Zukunft

Unsere Mobilität befindet sich im Wandel und wird vielfältiger. Mit dem Auto zur Park & Ride Anlage am Bahnhof, mit der Bahn weiter und dann mit dem Fahrrad die letzte Meile zur Arbeit. Unser Mobilitätsverhalten wird rationaler. Immer mehr Menschen wählen das für den jeweiligen Zweck am besten geeignete Verkehrsmittel aus. Und das ist gut so. Denn solcherart sind wir klimafreundlicher, kostengünstiger und gesünder unterwegs. Wir verbrauchen weniger Energie und auch weniger Platz durch parkende Autos – Platz, der besonders in den Städten knapp und sehr wertvoll ist.

 

Veränderte Bedürfnisse

Je effizienter ein Verkehrsmittel, umso rosiger dessen Zukunft. Denn Österreichs Ballungsräume legen stark an Bevölkerung zu. Im Jahr 2030, bis dahin sind es gerade einmal 17 Jahre, leben in den großen Städten Österreichs und deren Umland um eine halbe Million mehr Menschen als heute. Die Nachfrage nach Bahnen und Bussen wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Damit diese Nachfrage – bei hohem Komfort – erfüllt werden kann, sind schon heute die Weichen für den Ausbau zu stellen.

Es braucht ein dichteres Schienennetz, es braucht zusätzliche Nahverkehrszüge, Straßenbahnen und S- Bahnen. Das nützt nicht nur der Umwelt, sondern schafft auch viele Arbeitsplätze. Denn Österreich ist in der EU das Land der Schienenindustrie, hier werden Züge und Straßenbahnen gebaut, Elektro- Motoren und Bremsen für den Weltmarkt hergestellt und Weichen in alle Welt exportiert.

 

Umweltfreundliche Fortbewegung

Neben dem öffentlichen Verkehr nimmt auch aktive Mobilität, also Gehen und Radfahren, zu. Mehr Alltagswege zu Fuß oder per Fahrrad zurückzulegen, ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gesund und kostengünstig. Das Fahrrad ist in der Stadt das ideale Verkehrsmittel für kürzere Strecken. Es führt schnell, ohne Stau und ohne mühsame Parkplatzsuche ans Ziel. Außerdem ist das Fahrrad in der Region ein idealer Zubringer zum öffentlichen Verkehr. Elektro-Fahrräder machen das Radfahren im Land der Berge zu einem leichtgängigen Vergnügen.

Ein Auto kann in punkto Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz weder jetzt noch in Zukunft mit dem öffentlichen Verkehr, geschweige denn mit dem Fahrrad mithalten.

 

„Die Mobilität von morgen beginnt schon heute.“

 

Die Entwicklung geht aber dahin, dass Autos in Zukunft weniger Energie verbrauchen als heute. Von einem Modell, das nicht nur im Testzyklus, sondern auch beim wirklichen Fahren nur zwei oder drei Liter Treibstoff braucht, würden neben der Umwelt in Zeiten steigender Spritpreise, vor allem die Autofahrerinnen und Autofahrer profitieren. Sicher ist auch, dass in den kommenden Jahren auf Österreichs Straßen mehr und mehr Fahrzeuge unter Strom stehen werden.

 

Mobilitätsmanagement

Eines ist unbestritten: Auch in Zukunft wird der Weg in die Arbeit, das Pendeln, einen großen Teil unserer Mobilität ausmachen. Betriebe und Unternehmen werden in Zukunft mehr Verantwortung für den Arbeitsweg ihrer Beschäftigten übernehmen.

Mobilitätsmanagement wird selbstverständlich werden, schon heute wird es von immer mehr Unternehmen umgesetzt – nicht nur weil es Teil der Corporate Social Responsibility ist, sondern auch, weil es den Unternehmen selber Kosten spart und damit direkten Nutzen bringt. Während schon heute das Auto seine Bedeutung als Statussymbol für die Jugend verliert, ist noch ein weiterer Trend so gewiss, wie der tägliche Sonnenaufgang: Die Zahl älterer Menschen wird in den kommenden Jahren stark zunehmen.

Mit dem demografischen Wandel werden sich auch die Mobilitätskonzepte für unsere älter werdende Gesellschaft verändern. Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Ein Einblick in die möglichen Änderungen im Verkehrsbereich geben die folgenden Seiten dieser Themenzeitung.