Was ist eigentlich Industrie 4.0?  

In Rahmen der vierten industriellen Revolution verzahnt sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Das bedeutet, dass Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten eingesetzt werden. Das Ergebnis sind eine höhere Energie- und Ressourceneffizienz, eine verkürzte Time-To-Market und ein Maximum an Flexibilität.

Was sind die aktuellen Trends?

Der Trend in der Produktion geht ganz klar in Richtung individualisierte Massenfertigung. Denken Sie etwa an die Automobilindustrie, die nicht zufällig ein Vorreiter hinsichtlich Digitalisierung ist. Der scharfe Wettbewerb erfordert es, dass Hersteller immer schneller neue Modelle mit einer Vielzahl an Ausstattungsvarianten auf den Markt bringen. Zudem will der Kunde sein individuelles Traumauto heute quasi selbst konfigurieren.

Genau da setzt Industrie 4.0 an. Fabriken werden in Zukunft noch flexibler als heute individuelle Einzelprodukte fertigen und eine höhere Wirtschaftlichkeit erzielen: In kurzer Zeit, zu niedrigen Kosten, bei höchster Qualität.

Was bedeutet das für unser tägliches Leben und für die Wirtschaft?

Der Wandel hin zur digitalen Fabrik wird sich in vielen Bereichen zeigen. Die individualisierte Massenfertigung haben wir bereits thematisiert. Vom Sportschuh bis zum Müsli – viele Dinge unseres täglichen Lebens lassen sich künftig individuell herstellen.
Nicht zu vernachlässigen sind ökologische Aspekte. Denn die Fabrik der Zukunft ist nicht nur ein flexibles, sondern auch ein hocheffizientes System mit intelligentem Energiemanagement, das Waren energie- und rohstoffoptimiert herstellt.


Berufsbilder werden sich ändern, ebenso wie die dazugehörige Ausbildung. Es braucht künftig MitarbeiterInnen, die die Kombination aus klassischem Maschinenbau und IT beherrschen. Die Mitarbeiter in den Fertigungen werden verstärkt Maschinen lenken, kreativ in Fertigungsprozessen denken und Entscheidungen der Maschinen kontrollieren.

Was verändert sich langfristig durch die Digitalisierung?

Die Digitalisierung eröffnet produzierenden Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, Produkte und Lösungen schnell und effizient zu entwickeln und zu fertigen. Wer bereits heute die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt, kann schon jetzt seine Produktivität steigern, die Kosten senken, die Fehlerquote minimieren und die "time to market",  also die Zeit bis zur Markteinführung eines neuen Produkts, um bis zu 50 Prozent verringern. Für Hochlohnländer wie Österreich ist das eine Chance im Standortwettbewerb.


Die Digitalisierung löst aber auch eine neue Welle von Innovationen aus und eröffnet Unternehmen völlig neue Geschäfts- und Wachstumsmöglichkeiten. Die zentralen Treiber dafür sind die überall angebrachten Sensoren, nahezu unbegrenzte Rechnerleistungen und Speicherkapazitäten, neue Möglichkeiten im Bereich der Datenkompression und -Analyse sowie eine nahezu uneingeschränkte Vernetzungsfähigkeit von Computern.

Denke sie nur an Entwicklungen wie die vom Buch zum eBook oder von der Videothek bzw. dem Plattenladen zum Streamingdienst.