DI (FH) Christian Altmann
Leiter des Österreichischen Kunststoff-Clusters

„Ein einziges Chemie-Unternehmen entwickelt im Jahr hunderte verschiedene Kunststoffrezepturen, sogenannte Compounds. Die müssen individuell auf die Bedürfnisse der späteren Kunststoff- Verarbeiter zugeschnitten werden.

Und das geht natürlich nur mit einer engen Verzahnung zwischen der chemischen Industrie als Kunststofferzeuger und der kunststoffverarbeitenden Industrie“ erklärt DI (FH) Christian Altmann, Leiter des Österreichischen Kunststoff- Clusters. Doch was macht so ein Kunststoff-Cluster eigentlich genau? „Der Kern unserer Tätigkeit ist es, Unternehmen zum Austausch von Know-how zu motivieren und eine langfristige Zusammenarbeit zu fördern. Denn nur wenn heimische Unternehmen gut vernetzt sind, können Kooperationsprojekte erfolgreich durchgeführt werden. Davon profitieren wir alle!“

 

Innovationskraft steigern durch Zusammenarbeit

Laut dem Experten ist es nicht nur für heimische Unternehmen schwer, allein auf weiter Flur bestehen zu können: „Die chemische Industrie beispielsweise braucht auf der einen Seite die Anforderungen der Kunststoffverarbeiter, um neue Rohstoffe entwickeln zu können. Auf der anderen Seite gelingt es der kunststoffverarbeitenden Industrie erst in Zusammenarbeit mit der chemischen Industrie, die Anforderungen durch Kunden an ihre Produkte zu erfüllen.“ Von einer solchen Zusammenarbeit profitieren nicht nur die agierenden Unternehmen, sondern auch die Innovationskraft selbst steigt. 

Dass es gerade in unserer weit entwickelten Industrie schwer geworden ist, radikale Innovationssprünge zu machen, steht laut DI (FH) Altmann außer Frage. „In unserer hochentwickelten Wirtschaft geht es primär um laufende Qualitätsverbesserungen und die Performance- Steigerung der hergestellten Produkte. Dazu ist es notwendig, viel Wert auf Kooperation und Wissenstransfer zu legen, um diese Produkte rasch in kleinen Schritten weiterentwickeln zu können.“

 

„Gerade für kleine Unternehmen sind gezielte Partnerschaften wichtig, um Synergien nutzen und das eigene Know-how weiterentwickeln zu können.“

 

Synergien für den Wettbewerbsvorteil

Aus dieser Zusammenarbeit der unterschiedlichen Sparten entstehen Synergieeffekte, sprich Wettbewerbsvorteile, für beide Seiten. Gerade die heimische Industrie leidet laut dem Wirtschaftsexperten im Vergleich zur internationalen Konkurrenz unter klassischen Faktorkosten wie hohen Steuern. 

„Unser maßgeblicher Wettbewerbsvorteil insbesondere in Österreich ist die höhere Qualität unserer Produkte und die kürzere Dauer zwischen einzelnen Innovationen. Darauf müssen wir bauen! Das setzt aber voraus, dass wir miteinander kooperieren, um unseren Vorsprung nicht nur halten, sondern auch ausbauen zu können.“