Die Europäische Kommission hat in ihren Policy-Papers einen klaren Auftrag für die europäische Energiezukunft formuliert. So hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seinen politischen Leitlinien das Ziel gesetzt, die EU weltweit zur Nummer 1 im Bereich erneuerbarer Energien zu machen. Mit der Schaffung einer Europäischen Energieunion soll sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energie für die BürgerInnen und Unternehmen in Europa bereitgestellt werden. Die Grundsäulen dafür bilden Dekarbonisierung, Energieeffizienz, Energiebinnenmarkt, Versorgungssicherheit sowie Forschung und Entwicklung.

Intelligente Vernetzung für Städte…


Städte spielen für die Erreichung dieser Ziele eine zentrale Rolle. Schon jetzt lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, und Schätzungen zufolge wird der Anteil der Stadtbevölkerung bis 2050 auf rund 70 Prozent steigen. Städte tragen damit sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene einen nicht unbeträchtlichen Teil zum Energieverbrauch und CO2-Ausstoß bei.

Ziel muss es daher sein, unsere Städte in energieeffiziente und nachhaltige Smart Cities umzuwandeln, die dank Einsatz innovativer Technologien nur mehr einen Bruchteil der Energie verbrauchen und deutlich weniger Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Die Handlungsfelder sind dabei klar vorgezeichnet: Zum einen ist eine massive Steigerung der Effizienz auf allen Infrastrukturebenen erforderlich, etwa durch gezielte thermische Sanierung, die forcierte Umsetzung des Passivhausstandards und intelligentes Energiemanagement.

Als zweiter Schlüsselfaktor gilt die gezielte Einbindung erneuerbarer Energiesysteme im urbanen Raum, also die verstärkte Integration von Photovoltaikanlagen, Solarkollektoren oder auch Windturbinen in Fassaden und Dächer. Damit werden sich Gebäude in Zukunft zu Plusenergiehäusern entwickeln, also mehr Energie produzieren als sie verbrauchen. Um diese Energie unter Berücksichtigung von Angebot und Nachfrage optimal nutzen, speichern und verteilen zu können, müssen die Gebäude eng mit den thermischen und elektrischen Netzen kommunizieren, die als Smart Grids das Rückgrat künftiger Energiesysteme bilden.


… und Industrie


Die Vernetzung mittels Informations- und Kommunikationstechnologien bringt aber nicht nur in der urbanen Infrastruktur, sondern auch in der Industrie neue Möglichkeiten der Effizienzsteigerung. In den vergangenen Jahren haben sich Begriffe wie das Internet of Things, Machine-to-Machine-(M2M)-Kommunikation und Industrie 4.0 fest in unterschiedlichen industriellen Sektoren etabliert. Sie verbinden Maschinen, Produkte und IT-Systeme und verknüpfen damit die reale mit der virtuellen Welt.

Diese intelligente Vernetzung ist Grundlage und Voraussetzung für die Steigerung der Energieeffizienz und die smarte Einbindung erneuerbarer Energieträger in industrielle Prozesse. Darauf zielt auch das Bundesenergieeffizienzgesetz ab, das nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele, sondern auch positive Impulse für die Wirtschaft bringen soll. So erwartet man sich etwa die Erhöhung des Bruttoinlandprodukts um 550 Millionen Euro und die Schaffung von rund 6.400 neuen Jobs im Bereich nachhaltiger Zukunftstechnologien.

Das eröffnet österreichischen Unternehmen neue Chancen im internationalen Wettbewerb, wie eine Erhebung des Instituts für Höhere Studien beweist: im Jahr 2011 waren 11,5 Prozent aller österreichischen Unternehmen in dieser Sparte tätig und auch die Exporte zeigten eine überdurchschnittliche Entwicklung. Die heimischen Unternehmen haben sich also schon eine gute Position auf diesem Gebiet erarbeitet, vor allem in den Bereichen erneuerbarer Energien oder Plusenergiehäusern.

Um im globalen Standortwettbewerb zu bestehen, gilt es, diesen Innovationsvorsprung zu sichern und weiter auszubauen. Dafür sind massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Bildung notwendig, um ein attraktives und innovatives Umfeld für Unternehmen und hochqualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen und so die Position als Technologiestandort nachhaltig abzusichern.