Die Medizintechnik ist ein weites Feld mit über 10.000 Produktfamilien und rund einer halben Million verschiedenen Produkten. 

„Vom einfachen Pflaster über Zahnfüllungen bis hin zum Herzschrittmacher reicht die Vielfalt in unserem Gebiet“, erzählt Peter Halwachs, Geschäftsführer der Wiener Clusterorganisation LISAvienna.

 

Verschiedene Unternehmen

Unter dem großen Überbegri arbeiten verschiedenste Betriebe – Kunststofftechniker ebenso wie Maschinenbauunternehmen, aber auch IT-Entwickler, wenn es beispielsweise um Anwendungen zur Hirnstromanalyse geht. „Kurz gesagt: Die Medizintechnik wendet ingenieurwissenschaftliche Prinzipien auf dem Gebiet der Medizin an“, so Halwachs. Dabei kommt sowohl Handwerk als auch Höchsttechnologie zum Tragen. Durch den Einsatz von Computertechnologie in den letzten Jahren hat sich das Spektrum noch um einiges vergrößert.

Außerdem werden die Geräte dadurch immer kleiner, schneller und intelligenter. So können heutzutage Herzschrittmacher bereits von außen gesteuert werden, was vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. „Durch die neuen Technologien ist es nun auch möglich, die riesigen Datenmengen, die im medizinischen Bereich anfallen, gut zu strukturieren und zu analysieren“, sagt der Geschäftsführer. Und natürlich entwickeln sich diese Technologien permanent weiter.

 

Trends

Viele Produkte der Medizintechnik sind schon stark personalisiert. Man denke an Brillen, Schuheinlagen oder Prothesen. Das individuelle Anpassen an den jeweiligen Kunden bzw. Patienten wird aber in der Zukunft auch in anderen Teilbereichen noch stärker forciert werden. Durch neue Erkenntnisse ist es so zum Beispiel möglich, die Krebstherapie für den Einzelnen passender zu gestalten. Außerdem gewinnen telemedizinische Anwendungen an Gewicht. Dabei wird die räumliche und zeitliche Distanz zwischen Arzt und Patient mittels Telekommunikation überbrückt und erleichtert so die Diagnostik und Therapie. So werden beispielsweise bei der Telepathologie digitalisierte Labor- und Mikroskopbefunde fernübertragen.

Gerade im Bereich der chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes) verspricht man sich von weiteren Entwicklungen in der Telemedizin recht viel. Wobei diese natürlich keinen Ersatz für den Erstkontakt zwischen Arzt und Patient darstellen, sondern immer nur ergänzend verwendet werden kann, aber beiden Seiten das Leben erleichtert und Kommunikationswege verkürzt.

 

Strenge Regeln

„Der Einstieg in den Markt ist für Unternehmen im medizintechnischen Bereich nicht immer einfach, denn die Regulationen sind sehr strikt“, weiß Halwachs. Dies ist auch nötig, um einen hohen Qualitätsstandard der Produkte zu gewährleisten, die im Extremfall den Patienten das Leben retten müssen. Die Firmen sind außerdem in jedem Land mit einem anderen nationalen Gesundheitssystem und seinen Auflagen konfrontiert.

Zusätzlich sind die Kriterien für die Kostenrückerstattung von Medizintechnikprodukten in Österreich nicht so einfach zu durchschauen, was die Situation für Produzenten, Verkäufer und Konsumenten erschwert. Klein- und Mittelbetriebe sind davon besonders betroffen.

Rund 25.000 hochqualifizierte Arbeitskräfte arbeiten alleine in Österreich in diesem Bereich und sorgen dafür, dass es sich bei der Medizintechnik um einen wesentlichen Wirtschaftszweig Österreichs handelt.