Web 2.0, USB 3.1 – Begriffe wie diese sind uns schon länger vertraut. Schon in den frühen 1990er-Jahren verwendeten IT-Anbieter die Zählung mit dem Punkt in der Mitte, um neue Versionen ihrer Systeme zu kennzeichnen. Diese Art der Zählung ist eng mit der Digitalisierung verbunden. Kein Wunder, dass sie früher oder später auch in der Industrie ankam.

Die Entwicklung geht weiter

Das Stichwort heute heißt Industrie 4.0. Gemeinhin versteht man darunter die vierte Industrielle Revolution. Die erste war die Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, die zweite die Einführung von Fließbändern und die weitere Automatisierung durch elektrischen Strom. Die dritte Welle war die Implementierung von Computertechnologie in die Fertigungsprozesse. Cum grano salis lässt sich sagen, dass zwischen diesen Schritten – obwohl nie punktuell, sondern fließend– je ein gutes halbes Jahrhundert lag.

Was wir nun erleben ist eben jene vierte Welle, die Anwendung der Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten, das sogenannte „Internet der Dinge“. Das Ergebnis ist, dass Hersteller künftig individueller produzieren können, ohne deshalb die günstigere Massenfertigung aufzugeben.

Veränderung der Industrielandschaft

Experten erwarten für die Zukunft eine sukzessive Abkehr von riesigen zentralen Produktionsstätten, die den Weltmarkt beliefern, hin zu weltweit verstreuten Netzwerken kleinerer Fabriken. So rückt der Produzent näher zum Absatzmarkt, senkt Transportkosten und findet qualifiziertes Personal. Man spricht hier von Re-Shoring, also Rückholung der Produktion aus Niedriglohnländern. Es wird näher am Kunden produziert, was auch bedeutet, direkt in aufstrebende Märkte zu gehen.

Die Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsstrukturen im Sinne der Industrie 4.0 bietet somit die Chance, künftig dezentraler und lokaler auf die Nachfrage zu reagieren und Produkte so für den jeweiligen Markt maßzuschneidern. Dafür braucht es natürlich die entsprechende Infrastruktur – ein Prozess, den weder Länder als Standorte noch Unternehmen verschlafen sollten.