Studien zufolge gibt es in Österreich rund 400 Unternehmen, die in ihren Märkten europa- oder weltweit eine Technologie- oder Marktführerschaft erreicht haben. Exportquoten von über 80 oder sogar 90 Prozent und eine starke Vernetzung mit anderen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen kennzeichnen diese „Frontrunner“. Ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich kann daher kaum überschätzt werden.

Solche Erfolge kommen nicht von ungefähr. Neben gut ausgebildeten MitarbeiterInnen, Know-how und Kreativität zählen auch Standortfaktoren wie ein innovationsfreundliches Umfeld zu den Erfolgsfaktoren. Und ohne konsequente Forschung und Entwicklung kann eine führende Position am Markt nicht gehalten werden. Nicht umsonst bringen die 400 Unternehmen rund 40 Prozent aller Forschungsinvestitionen von österreichischen Unternehmen auf.

 

Erfolgreiche Aufholjagd 

In Österreich hat sich in den letzten zehn Jahren sehr viel im Bereich Forschung und Innovation getan, und zwar nicht nur in Form steigender Budgets (quantitativ), sondern auch mit vielen Strukturreformen (qualitativ). Im Jahr 2013 wurden insgesamt rund 9 Mrd. Euro für Forschung und experimentelle Entwicklung ausgegeben, das entspricht einem Anteil von rund 2,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt.

Damit stehen wir zwar (noch) nicht am Siegerpodest, aber liegen doch erheblich über dem EU-Durchschnitt von etwa 2 Prozent. Österreich verfügt heute über eine Vielzahl erfolgreicher, innovativer Unternehmen. Das reicht von einer mittlerweile sehr aktiven Gründerszene, über solide mittelständische Unternehmen bis hin zur wirklich beachtlichen Liste an innovativen Industriebetrieben. In den letzten Jahren ist es auch gelungen, das heimische Know-how wesentlich auszubauen, zum Beispiel im Bereich der Produktion, der Biotechnologie, der Medizintechnik, der Informations- und Kommunikationstechnologien oder im Bereich des automotiven Sektors. Immer wichtiger werden auch nicht-technische Innovationen, insbesondere im Bereich der Dienstleistungen.

 

Kreative Ideen umsetzen 

Bildung, Forschung und Innovation sind nicht nur die Voraussetzung für neue Technologien, sondern sie zählen unbestritten auch zu den wichtigsten Einflussfaktoren für Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftswachstum und damit auch für Arbeitsplätze und Wohlstand. Das gilt für die europäischen Industrienationen und insbesondere auch für Österreich. Doch der Erfolg will hart erkämpft sein: Nichts entwickelt sich so rasant weiter wie der technische Fortschritt. Entscheidend ist immer, wer wie schnell aktuelle Forschungsergebnisse in wirtschaftliche Erfolge umsetzen kann. Denn der Vorsprung durch Forschung kann nur gehalten werden, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen: Unternehmen, Forschungseinrichtungen und die öffentliche Hand, die die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen und mit den richtigen Förderinstrumenten auch einen Katalysator für wirtschaftliche Erfolge zur Verfügung stellen muss.

In diesem Zusammenhang werden auch Fragen der Verwertung von Forschungsergebnissen, einschließlich der geistigen Eigentumsrechte, immer wichtiger (Patente, Lizenzen, Technologietransfer, Internationalisierung).

 

Gesellschaftliche Herausforderungen meistern

Ob es um neue Behandlungsmethoden von Krankheiten, um die Lebensqualität im Alter, um alternative Energien oder sicheren Verkehr geht: Forschung und Entwicklung können und sollen abseits ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch einen wesentlichen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten und unsere Lebensqualität verbessern. Eine große Portion Kreativität und Entwicklungsarbeit steckt heute selbst in vielen Gegenständen des täglichen Lebens - und in immer mehr davon auch Knowhow aus Österreich.