Manche Bundesländer liegen hier aber besser als andere. Für Salzburg werden auf der Plattform 154 Ladestationen ausgewiesen. Bei 550.000 Einwohnern gibt es damit eine Ladestation pro 3.600 Einwohner. In Vorarlberg, wo es sogar eine eigene Elektromobilitätsstrategie gibt, werden 253 E-Tankstellen verzeichnet.

Bei 390.000 VorarlbergerInnen gibt es damit bereits eine Ladestation pro 1.500 Einwohner. Das Bundesland mit den meisten Ladestationen ist zwar Niederösterreich mit über 700, aber aufgrund der viel höheren Einwohnerzahl kommt eine Ladestation auf 2.400 Einwohner. Auch hier gibt es eine Elektromobilitätsstrategie mit entsprechenden Förderungen.

Vorsprung durch Unterstützung

Die Kommunen sind also Vorreiter. Viele haben bereits eigene E-Autos im Fuhrpark, auch Ladestationen in Zusammenarbeit mit den lokalen Energieanbietern sind im Vormarsch. Neben Förderprogrammen der Länder haben alle Gemeinden Österreichs auch Zugang zu den klimaaktiv mobil Förderprogrammen des Bundes. Dabei werden sowohl öffentlich zugängliche E-Ladestationen als auch die Anschaffung von E-Autos, -Fahrrädern und -Zweirädern vom Verkehrsministerium gefördert.

Wichtig für eine Etablierung dieser Technologie wird nicht nur die flächendeckende Verfügbarkeit der Ladestationen sein, sondern auch dass die Bezahlung der Aufladung nicht mittels landesweit unterschiedlicher Bezahlsysteme funktioniert. Diese muss so niederschwellig wie möglich gestaltet werden und ähnlich einfach wie das Bezahlen des Sprits auf der Tankstelle funktionieren.

Vorteil durch Gemeinschaft

In einigen Gemeinden entwickelten sich sogar Projekte, um die Mobilität nicht nur umweltfreundlicher zu gestalten, sondern gleichzeitig einen Mehrwert für die nicht mobilen Bevölkerungsgruppen zu schaffen. So wurde im oberösterreichischen Krenglbach 2013 ein Verein gegründet, der sowohl ein Sammeltaxi als auch zwei Elektroautos für Carsharing anbietet. Hintergrund war, dass vielen Familien in der weitläufigen Gemeinde erspart wird, ein eigenes Zweitauto anzuschaffen.

Wer Mitglied im Verein „Mobilcard Krenglbach“ ist, konnte bis 2016 beide Services sehr kostengünstig nutzen. Das Projekt läuft mit leichten Änderungen immer noch sehr erfolgreich. 2016 hat die Gemeinde das Sammeltaxi übernommen, zu den Elektroautos kam noch ein drittes hinzu.

Mittlerweile kann nur mehr das Carsharing über den Verein genutzt werden, was der Beliebtheit keinen Abbruch tat. Rund 100 Mitglieder zählt der Verein in der 3.100-Einwohner-Gemeinde. Pro Auto werden jährlich rund 18.000 Kilometer zurückgelegt. Durch solche Projekte können daher nicht nur Mobilitätsprobleme gelöst, sondern auch der Zusammenhalt gesteigert werden.

Vorreiter durch Erneuerbare

Keine Gemeinde wird in Zukunft an diesem Thema vorbeikommen, denn auch auf europäischer Ebene feilt die Kommission an Vorgaben für eine Steigerung des Anteils an sauberen Straßenfahrzeugen. Bei all der Euphorie darf aber nicht darauf vergessen werden zu schauen, dass der „Sprit“ für diese Autos aus erneuerbaren Energien stammt. Um wieder auf das Beispiel Krenglbach zurückzukommen: Die oberösterreichische Gemeinde war 2004 die erste Ökostromgemeinde Österreichs.

Daher stammt nicht nur der Strom für die gemeindeeigenen Gebäude, sondern auch der für die beiden Ladetankstellen aus erneuerbaren Energien. Für ihre umfassenden Bemühungen erhielt die Gemeinde 2014 den europäischen Climate Star und ist damit sogar europaweit ein Vorzeigebeispiel. Vorbildliche Projekte lassen sich aber auch in anderen Gemeinden finden. So stammt der Strom für „Moosdorf Mobil“ aus Solarzellen.

Bei diesen Leuchtturmprojekten darf es allerdings nicht bleiben. Daher ist es wichtig, dass solche Projekte in die Breite gehen. Damit wir die Wende in der Mobilität schaffen, braucht es vor allem Förderungen mit Hausverstand, die unbürokratisch abgewickelt werden.

Wie man in Niederösterreich oder Vorarlberg sieht, kann es mit einer abgestimmten Strategie dann auch schnelle Erfolge geben. Dank der grünen Nummernschilder ist es für Gemeinden auch leichter geworden, entsprechende Anreize zu setzen, damit sich das Fahren mit Strom noch mehr durchsetzt.