Bildung ist entscheidend für Karriere des Einzelnen und Wirtschaftsleistung eines Landes. Bildung spielt dabei aber nicht nur für den persönlichen Arbeitsmarkterfolg eine Rolle, sondern hat natürlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung und Innovationskraft eines Landes. Unternehmen in Ländern mit einem hohen Einkommensniveau wie Österreich können daher nicht nur auf Preis- und Kostenstrategien, sondern müssen vor allem auf innovationsbasierte Wachstumsstrategien setzen und benötigen dafür laufend höhere Qualifikationen bei ihrer Belegschaft.

Dr. Johannes Kopf
Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice Österreich
Foto: AMS/Monika Saulich

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften ist dabei nicht nur durch einen Strukturwandel in der österreichischen Wirtschaft hin zu ausbildungs- und innovationsintensiveren Branchen bedingt, sondern auch durch Änderungen der Anforderungen in den traditionellen Branchen. So betreiben immer mehr Unternehmen eigenständig Forschung und Entwicklung, um sich im oberen Qualitätssegment der jeweiligen Branche zu positionieren und Wettbewerbsvorteile erzielen zu können.

Darüber hinaus steigen aber auch die Anforderungen an traditionelle Berufe. Gab es z.B. vor 30 Jahren noch viele Schreibkräfte, die Diktate verschriftlichten, wurden diese im Laufe der Jahre oftmals durch Absolventinnen und Absolventen von HASCH oder HAK ersetzt, die keine Diktate mehr schreiben, sondern bereits wesentlich qualifiziertere Aufgaben vielfach eigenverantwortlich zu erfüllen haben.

Bildungsniveau gestiegen

Das Bildungsniveau der österreichischen Bevölkerung hat sich richtigerweise parallel dazu in den letzten Jahrzehnten ebenfalls deutlich verbessert. So hatte im Jahr 1981 fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung, während der Anteil der Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss bei rund 5 Prozent lag.

Der Anteil der AkademikerInnen ist seither stetig auf heute mehr als 15 Prozent angestiegen. Auch der Anteil der Personen mit Sekundarabschluss hat weiter zugenommen (von 50 Prozent im Jahr 1981 auf mehr als 66 Prozent), während zum Glück heute nur mehr knapp 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung über bloß einen Pflichtschulabschluss verfügen. Speziell das Ausbildungsniveau von Frauen ist im Laufe der Jahre massiv gestiegen, mittlerweile verfügen z.B. mehr Frauen als Männer über einen akademischen Abschluss.

Mehr Sicherheit durch Wissen

Wenn  vor dem Hintergrund der europäischen Konjunkturschwäche aktuell leider auch die Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen und Akademikern steigt, so ändert das jedoch nichts an den deutlich besseren Arbeitsmarktchancen von Menschen mit einem universitären Abschluss gegenüber niedriger Qualifizierten. Die Arbeitslosenquoten von Menschen mit nur Pflichtschulabschluss entwickelten sich noch deutlich schlechter. Eine gute Ausbildung ist einfach der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit.