Inwiefern leistet Bernstein Pionierarbeit und wie definieren Sie Innovation?

Wir erschließen in einer jungen Branche gerade eine vollkommen neue Nische, und zwar die der seriellen Fertigung mittels 3D-Druck. Wir leisten somit jeden Tag Pionierarbeit, weil wir auf größtenteils unbekanntem Terrain neue Wege gehen und den 3D-Druck und dessen Möglichkeiten beständig weiterentwickeln.

Entsprechend bin ich auch der Meinung, dass wir beständig innovativ sind. Innovation hat nämlich aus meiner Sicht sehr viel mit Beständigkeit zu tun. Visionen haben, mutig dafür schuften, Tag für Tag die Grenzen des Möglichen ausreizen, neue Ideen entwickeln, stets besser sein wollen. Das ist für mich Innovation.

Welche Ansprüche stellen Sie an ihre Ausgangsmaterialien und wie garantieren Sie deren Qualität?

Natürlich nur die höchsten. Wir haben uns von Anfang an als Premium-Dienstleister positioniert und uns entsprechende Partner aus dem Materialbereich gesucht, die genauso innovativ sind und so viel Wert auf Qualität legen wie wir. Abgesehen von ähnlichen Qualitätsvorstellungen gibt es jedoch auch eine Reihe ganz klarer Tests, die wir durchführen, um zu erkennen, ob Chargen unterschiedlicher Materialien gut oder schlecht sind.

Um diesen hohen Qualitätsansprüchen zu genügen, sind wir auch als einer der wenigen 3D-Druck-Dienstleister nach ISO 9001 zertifiziert. Das heißt u.a., dass wir stets nach ganz klar dokumentierten Prozessen vorgehen, um die Qualität eines Materials zu bestimmen.

Von der Robotik bis hin zu Schienbeinschonern – wodurch zeichnen sich Ihre Projekte aus?

Egal, was wir bis dato gemacht haben, es waren Dinge, die uns und die Möglichkeiten des 3D-Drucks an die Grenzen und darüber hinaus gebracht haben, Projekte an denen wir gewachsen sind. Wir haben keinerlei Interesse an normalen Aufgaben. Das kann jeder. Wir wollen mit unseren KundInnen Projekte umsetzen, die bis dato für unmöglich gehalten wurden.

Die AIRSKIN, die berührungssensitive Roboterhaut, die wir für unseren Kunden Blue Danube Robotics produzieren, ist das beste Beispiel. Flexible Bauteile aus TPU in dieser Größe und Qualität und dann noch in Serie – das glaubt noch immer keiner, dass das Teile aus dem 3D-Drucker sind.

Vater und Sohn als Gründerteam, ergibt sich daraus eine besondere Unternehmensphilosophie?

Wenn zwei Generationen zusammenarbeiten, dann ergibt sich immer etwas Besonderes. Der Mix aus der jahrzehntelangen Erfahrung meines Vaters, die er im Familienunternehmen Silhouette gesammelt hat, dem uns beiden gleichermaßen beiwohnenden Pioniergeist und meiner jugendlichen Energie prägt natürlich unsere Identität.

Das bei einem Vater-Sohn-Gespann, das sich in jeder Hinsicht in und auswendig kennt, natürlich auch nicht immer alles rund läuft, ist klar, aber wie habe ich letztens gesagt: Reibung ist wunderbar und tut uns gut, denn Reibung ist Energie. Und wenn man dann gemeinsam die Energie in die richtige Richtung zu kanalisieren vermag, dann entsteht daraus immer etwas Großartiges.

Sie sind bereits am Puls der Zeit, worauf richtet sich Ihr Blick in die Zukunft?

Es stellt sich die Gegenfrage: Was ist der Puls der Zeit? Wenn sie es aber rein in Bezug auf 3D-Druck sehen, dann sage ich klar: Natürlich sind wir am Puls der Zeit. Alles andere wäre katastrophal. Wir beschäftigen uns täglich mit Dingen, die für die meisten Unternehmen noch vollkommen unvorstellbar sind.

Entsprechend würde ich sogar sagen, dass wir unserer Zeit voraus sind. Aber, und so ehrlich muss man sein, es liegen noch viele Steine auf unserem Weg, die wir in den kommenden Jahren aus dem Weg räumen müssen. Unser Blick dabei ist klar: Wir wollen das innovativste 3D-Druck-Unternehmen für seriellen 3D-Druck im Kunststoff sein. Und daran, dieses Ziel zu erreichen, wird uns auch der größte Stein nicht hindern.