In der Trend- und Zukunftsforschung gibt es zwei Zeitdimensionen: Die eine ist die Trendforschung. Sie umfasst die nächsten zwei bis fünf Jahre. Die andere Zeitdimension, die eigentliche Zukunftsforschung, beschäftigt sich mit einem Zeitraum von 20 bis 40 Jahren. Für diesen Zeithorizont beschreiben wir Megatrends.

Megatrends: Blockbuster des Wandels

Megatrends muss man nicht „voraussagen”, denn sie sind schon da und markieren Veränderungen, die uns schon lange beeinflussen und auch noch lange prägen werden. Sie sind Tiefenströmungen des Wandels. Als Entwicklungskonstanten der globalen Gesellschaft umfassen sie mehrere Jahrzehnte.

Ein Megatrend wirkt in jedem einzelnen Menschen und umfasst alle Ebenen der Gesellschaft: Wirtschaft und Politik sowie Wissenschaft, Technik und Kultur. Megatrends verändern die Welt – zwar langsam, dafür aber grundlegend und langfristig. Sie sind nie linear und eindimensional, sondern vielfältig, komplex, vernetzt – und branchenübergreifend.

Das Zukunftsinstitut beschreibt insgesamt zwölf Megatrends. Die Megatrends Sicherheit, Urbanisierung und Mobilität sind derzeit in aller Munde. Ein anderer zentraler Megatrend ist Konnektivität, der gerade auf einen Höhepunkt zusteuert, weil die Welt immer komplexer vernetzt ist.

Von Science-Fiction zur Realität

In jeder Sekunde werden heute mehr Informationen über das Internet ausgetauscht als noch vor 20 Jahren im gesamten Internet überhaupt gespeichert waren. 3D-Druck ermöglicht es, Objekte zu erschaffen – so einfach wie das Ausdrucken eines PDFs. Autos fahren selbstständig und steuern umsichtiger und unfallfreier durch das Verkehrsgewusel als menschliche Fahrer. Drohnen versorgen schlaue, anpassungsfähige Fertigungslinien mit genau jenen Teilen, die für das nächste personalisierte Produkt gebraucht werden.

Konnektivität verändert Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen tiefgreifend – und bei genauerem Blick erkennt man, dass sie nicht nur technischer Natur ist. Soziale und wirtschaftliche Innovationen beruhen nicht auf technologischen Erfindungen, entscheidend ist deren Anwendung in betrieblichen Prozessen und im Alltag der Menschen. Es ist also nicht die Technologie an sich, die alles verändert, es sind die Menschen – als kreative Köpfe, verantwortungsbewusste Bürger, neugierige Konsumenten und umsichtige Führungskräfte.

Eine Explosion des Wissens und enorme technische Fortschritte waren Ausgangspunkte für die bislang drei Wellen der industriellen Revolution. Jede Welle brachte ein neues Zeitalter mit sich – sei es der Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft, die Zunahme der Arbeitsteilung und Maschinenfertigung oder die computergesteuerte, vollautomatische Datenverarbeitung quer über alle Kontinente. Was unlängst noch Science-Fiction war, bestimmt plötzlich unseren Alltag, beeinflusst unser Zusammenleben und verändert die Wirtschaftswelt.

Auswirkungen der vernetzten Wirklichkeit

Das umfangreiche Data Reading und Profiling im Zeichen von Big Data und Predictive Analytics, das künftig noch größere Ausmaße annehmen wird, trifft heute noch auf viele Fragezeichen. Der Grad zwischen Missbrauchs- und Komfortgefühl bei der kommerziellen Nutzung unserer Daten ist schmal. Der Schutz der Privatsphäre ist eines der großen Themen unserer Zeit. Daraus erwächst ein neuer Megatrend: Sicherheit.

Für Unternehmen bedeutet das Zusammenwirken der Megatrends Konnektivität und Sicherheit künftig mehr denn je die Notwendigkeit, neue Wege zu finden, um mit digitalen Disruptionen umzugehen und sie als Chancen zu begreifen.

Konnektivität: Eine Frage des Mindsets

Von Albert Einstein stammt die Erkenntnis, dass man Probleme nicht mit dem gleichen Denken lösen kann, das die Probleme hervorgebracht hat. Tayloristische Tools taugen nicht mehr für die komplexe Marktwelt der Digitalökonomie. Was dafür umso dringlicher gebraucht wird, sind wirklich neue Denkansätze und Werkzeuge, ein neues Mindset: eine “digitale Erleuchtung” – und, darauf aufsetzend, zukunftsweisende Gesellschafts- und Unternehmenskulturen, die neue Technologien nicht nur ausnutzen, sondern reflektiert und achtsam einsetzen, im Einklang mit dem komplexen Zusammenspiel von Mensch und Maschine.