Die Einführung der Abschlüsse Bachelor und Master hat viele Studiengänge allerdings deutlich straffer organisiert; eigene Schwerpunktsetzung ist oftmals nur noch in einem anschließenden Masterstudium möglich. Trotzdem ist die Ausbildung an Universitäten eher wissenschaftlich-analytisch ausgerichtet, während Fachhochschulen doch deutlich praxisorientierter lehren und auf spezifische Berufsbilder vorbereiten. Wechsel zwischen beiden Hochschulformen sind neuerdings in beiden Richtungen möglich, aber natürlich werden bestimmte Zulassungskritierien überprüft.

Lehrkultur

Derzeit gibt es 21 Fachhochschulen in Österreich, davon 12 Fachhochschul-Einrichtungen. Die Studieninhalte sind so angelegt, dass die Studierenden gezielt auf ihren späteren Beruf vorbereitet werden – häufig hört man in diesem Zusammenhang den Begriff "anwendungsorieniert". Dazu passt, dass viele der Dozenten und Professoren aus der Praxis kommen und den Studierenden daher aus erster Hand Einblicke in Arbeitsabläufe von Unternehmen vermitteln können.

Lernatmosphäre

Das Verhältnis zu den Lehrenden ist zudem intensiver als an Unis: Da Vorlesungen und Seminare nicht so überfüllt sind, kommt man viel leichter ins Gespräch. Kleinere Lerngruppen führen zu einer ganz anderen Lernkultur als an Hochschulen. Natürlich ist das Fächerangebot hier deutlich kleiner als an Unis. Viele Fachhochschulen beschränken sich auf Technik, Wirtschaft und Sozialwesen, einige bieten zusätzlich Studiengänge aus den Bereichen Medien und Gestaltung an.

Weltnähe

Hochschulen für „angewandte Wissenschaften“, wie Fachhochschulen auch genannt werden, reagieren in der Regel viel schneller auf den Markt und bieten neue Berufe und Berufsfelder an, die den Veränderungen in der Weltwirtschaft gerecht werden. Innovation wird an Fachhochschulen als permanente Aufgabe verstanden, indem die Anwendung neuer Informations- und Telekommunikationstechniken vermittelt wird. Das eröffnet die Möglichkeit, in einem weltumspannenden Netz Forschung, Beschaffung und Produktion zu organisieren und ganz praxisnah Entwicklungen voranzutreiben.