Nur ausreichend heimische Böden gewährleisten unsere Ernährungssouveränität. Böden sind auch die Quelle erneuerbarer Energien und sichern unser sauberes Wasser in Österreich. Böden sind Lebens- und Erholungsraum für uns und nachfolgende Generationen.

Österreich verliert immer mehr an Boden

Es gibt kein zweites Land in Europa, das eine so hohe Verbauungsquote hat wie Österreich. Täglich wird in Österreich die Fläche von 30 Fußballfeldern durch Verbauung aus der Produktion genommen. Sie ist damit für nachfolgende Generationen für immer als Lebensgrundlage verloren. Die jährliche Verbauung von Agrarflächen in Österreich beträgt 0,5 Prozent.

Deutschland liegt vergleichsweise bei der Hälfte, also bei 0,25 Prozent. Der Hauptgrund besteht meines Erachtens darin, dass wir eine Raumordnungskonstruktion haben, die sich von anderen Ländern sehr unterscheidet. Wir brauchen nur nach Bayern zu schauen, wo es regionale Raumordnungskonzepte gibt. Die lassen es beispielsweise nicht zu, dass einzelne Gemeinden losgelöst von der Nachbargemeinde Gewerbegebiete errichten.

In Österreich sind wir aber mit einer Supermarktfläche von 1,8 Quadratmeter pro Kopf bereits Europameister im negativen Sinne. Der Durchschnitt liegt in Europa bei einem Quadratmeter pro Kopf. Wenn diese Entwicklung so fortschreitet, wird es in Österreich in 200 Jahren keine Agrarflächen mehr geben.

Böden sind aber unsere Lebensgrundlage und Kulturgüter ersten Ranges. Sie sind schützenswert und verdienen daher wieder mehr Respekt. 95 Prozent unserer Nahrung kommt aus dem Boden, auch unser tägliches Brot. Deshalb ist sein besonderer Schutz für die Ernährung der steigenden Bevölkerung unverzichtbar.

Die wesentlichen Lösungsansätze

  • Punkt 1: Wir brauchen in Österreich andere Raumordnungsgrundsätze im Sinne einer übergeordneten Planung.
  • Punkt 2: Wir haben 40.000 Hektar leerstehende, verfallende Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien. Das Wiederbeleben dieser brachliegenden Immobilien muss daher prioritär forciert werden.
  • Punkt 3: Die Kommunalsteuer, die derzeit auf Gemeindeebene eingehoben wird, gehört zumindest auf eine höhere Ebene transferiert und damit verbunden.
  • Punkt 4: Ein interkommunaler Finanzausgleich, der dafür sorgt, dass jene Gemeinden, die ressourcenschonender agieren, einen Teil der Kommunalsteuern von Nachbargemeinden erhalten. Mit diesen Maßnahmen können wir eine Trendumkehr herbeiführen.