Im Sommer 2015 hat das österreichische Unternehmen W2P Engineering seinen ersten 3D-Drucker verkauft – an ein Labor, das damit bis heute Hörgeräteschalen herstellt. Neben dem Hörgeräte-Sektor sind mittlerweile dentale Anwendungen das Haupteinsatzgebiet der SolFlex 3D-Drucker, welche nach dem DLP-Verfahren funktionieren.

Das Ziel der von TU-Wien-Absolventen gegründeten 3D-Drucker-Firma: „Wir entwickeln und produzieren hochqualitative 3D-Drucker, die auf jeden Arbeitsplatz passen und über viele Jahre täglich als Produktionsgeräte eingesetzt werden können“, erklärt Dr. Simon Gruber, technischer Geschäftsführer von W2P Engineering.

Flexibilität bei der Materialauswahl

Das Unternehmen gehörte zu den ersten 3D-Drucker-Herstellern, die ein offenes System anboten. Das bedeutet, dass die Kunden 3D-Druck-Materialien verschiedener Hersteller verwenden können. Gerade weil es in puncto Materialien sehr rasante Entwicklungen gibt, bietet dieses Konzept ein klaren Vorteil gegenüber anderen Systemen. Durch die enge Zusammenarbeit von W2P Engineering mit Materialherstellern, werden die zu druckenden Materialien auf den Druckern getestet und die Einstellungen so abgestimmt, dass die Anwender auch neue Materialien optimal verarbeiten können.

Wir entwickeln und produzieren hochqualitative 3D-Drucker, die auf jeden Arbeitsplatz passen.

In erster Linie kommen die SolFlex 3D-Drucker des Unternehmens in Dentallaboren zum Einsatz. Dort werden Aufbiss-Schienen, Bohrschablonen, dentale Modelle sowie temporäre Kronen und Brücken produziert. Derzeit geht der Trend in der Materialentwicklung in Richtung Composites – das sind Materialien, die etwa mit Glas- oder Keramikpartikeln gefüllt werden und dem echten Zahn sehr nahekommen.

In naher Zukunft könnte es daher bereits möglich sein, Zahnkronen zu „drucken“, welche die hohen mechanischen und biologischen Ansprüche dieser Anwendung erfüllen.

Bewegliche Lichtquelle sorgt für hohe Auflösung

Die professionellen 3D-Drucker arbeiten auf Basis der Stereolithografie mit einem DLP-Projektor als Lichtquelle zur Aushärtung der einzelnen Materialschichten. Eine bislang bei Geräten in Desktop-Größe einzigartige Lösung – ein verfahrbarer DLP-Projektor – sorgt dafür, dass die Geräte durch mehrfachte Belichtung eine hohe Auflösung über größere Baufelder sicherstellt und somit auch größere Objekte sehr genau gedruckt werden können.