Seitenlange Semesterarbeiten schreiben, trockene Theorie pauken und in überfüllten Hörsälen sitzen – ein Studium ist nicht für jeden der richtige Weg. Viele Jugendliche entscheiden sich deshalb direkt nach der Schule in einen praktischen Beruf einzusteigen. Das bedeutet jedoch schon lange nicht mehr, dass man damit auf Bildung verzichtet. Mittlerweile gibt es in Österreich viele Möglichkeiten, Beruf und Bildung miteinander zu verbinden.

Ass.Prof. Dr. Dieter Scharitzer
Assistenzprofessor, Lehrbeauftragter und Academic Director am Institut für Marketing-Management, WU Wien
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Neben dualen Studiengängen oder Lehre mit Matura sind berufsbegleitende Lehrgänge dabei besonders gefragt. „Für Universitätslehrgänge braucht man nicht notwendigerweise eine Matura“, sagt Dieter Scharitzer von der WU Wien. „Je weniger Sie an Ausbildung haben, desto mehr Praxiserfahrung müssen Sie nachweisen.“

Konkret bedeutet dies, dass man z.B. an der WU für bestimmte berufsbegleitende Lehrgänge ohne Matura 48 Monate, mit Matura zwölf Monate, und mit akademischem Abschluss nur sechs Monate Berufserfahrung nachweisen muss, um zugelassen zu werden.

„Die Leute bringen hier ihre praktische Erfahrung ein, das ist der größte Unterschied zu einem ordentlichen Studium“, so der Assistenzprofessor an der WU.

Karriere ohne Uni-Abschluss

Zugleich ist dies auch einer der größten Vorteile für die Teilnehmer: „Sie suchen sich zu ihren alltäglichen Problemen Antworten im Lehrgang.“ Anders als bei einem Studium stehen bei berufsfreundlichen Lehrgängen also konkrete Probleme und Anwendungsbereiche im Mittelpunkt des Unterrichts.

Doch für wen kommt ein solcher Lehrgang in Frage? „Es sind vor allem Leute, die mit den Bedingungen eines Vollzeitstudiums nicht zurecht kommen“, sagt Scharitzer. Universitätslehrgänge ermöglichen es ihnen, sich fachlich und praktisch in ihrem Metier weiterzubilden. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich Vorleistungen aus einem begonnen Studium anrechnen zu lassen.

Ziel- und lösungsorientiert arbeiten

Eine Möglichkeit, sich selbst beruflich besser zu positionieren und dabei gleichzeitig andere auf dem Karriereweg zu unterstützen, ist die Weiterbildung zum Coach. Ständige gesellschaftliche Veränderungen stellen gerade im Beruf immer mehr Menschen vor Probleme. Ihnen dabei unter die Arme zu greifen und bei der Lösung der jeweiligen Schwierigkeiten zu helfen, gehört zu den Kernaufgaben eines Coachs. In entsprechenden Lehrgängen lernt man Methoden und Techniken, die einem dabei helfen, anderen zu helfen.