Vielfalt der Wohnmöglichkeiten

Für Studenten sind die Wohnmöglichkeiten so bunt und vielfältig, wie für kaum eine andere gesellschaftliche Gruppe. Umso wichtiger ist es dabei, dass man das Richtige für sich findet. „Denn die Wohnqualität ist ein wichtiges Kriterium für ein erfolgreiches Studium und Leben“, meint Josef Wimmer, stellvertretender Geschäftsführer der Österreichischen Jungarbeiterbewegung (ÖJAB). Als gemeinnütziger Verein bietet die ÖJAB in ganz Österreich 3.800 StudentInnen einen Wohnplatz.

Mobilität dank Flexibilität

„Momentan ist die Situation für Studierende am freien Wohnungsmarkt sehr eingeschränkt und kostenintensiv“, so Wimmer. Abhilfe sollen dabei unter anderem Studentenheime liefern. Immerhin sind rund zehn bis zwölf Prozent aller Studierenden in Österreich dort untergebracht. Gerade die unbürokratischen Modalitäten und die speziell zugeschnittenen Benützungsvereinbarungen machen Wohnheime für Studenten besonders attraktiv: „Der Bologna-Prozess beginnt jetzt erst richtig zu wirken“, meint Wimmer.

Daher sei es notwendig, allen Studierenden flexible Voraussetzungen zu schaffen. „Damit wird es ihnen möglich, nach der Rückkehr von einem Auslandssemester an Universitätsstandorten leichter und schneller Wohnmöglichkeiten zu finden.“

Party-WGs, Kommunen und fensterlose Abstellkammern

Dass diese Wohnungssuche ganz schön Nerven kosten kann, musste vor vier Jahren auch Kai Schubert erfahren. Der mittlerweile 24-jährige Deutsche entschied sich 2009, für sein Studium nach Wien zu kommen.

„Am Anfang war ich bei der Wohnungssuche relativ naiv“, meint Schubert. „Ich dachte, Wien ist eine große Stadt, da wird sich schon was finden lassen.“ Ende August – rund sechs Wochen vor Studienbeginn – startet er von seiner Heimatstadt Mönchengladbach aus die Wohnungssuche. Jedes Wochenende fliegt er nach Wien, um vor Ort zu suchen.

Nach einigen Absagen bekommt er eine Einladung zu seinem ersten Wohnungs-Casting: „Als die Türe aufging, kam mir eine Rauchwolke entgegen – es waren irrsinnige viele Leute da und voll die Partystimmung.“ Anstatt eine Führung durch die Wohnung angeboten zu bekommen, wird ihm nur ein Bier in die Hand gedrückt. „Die Leute wollten sich nur profilieren“, so der Publizistik-Student. In den nächsten Wochen folgen ähnliche Rückschläge: Fensterlose und überteuerte Zimmer, riesige Kommunen, aufdringliche Vermieter, die offensichtlich mehr als nur einen Mitbewohner suchen.

Mittlerweile lebt Schubert mit seiner Freundin in einer gemeinsamen Wohnung. An die WG-Suche denkt er noch mit Schrecken zurück: „Ich hoffe, dass ich hier so
lange wohnen kann, wie ich will.“

Trend: Nachhaltige Studenten-Wohnungen

Wie lange man als Student in ein und derselben Unterkunft wohnen möchte, ist also ganz von den eigenen Vorstellungen und Erfahrungen abhängig. Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen passen. Ein Trend, der auch vor dem Wohnungsmarkt nicht haltmacht, ist das Thema Nachhaltigkeit.

Ganze Studentenwohnheime – etwa das ‚GreenHouse‘ im neuen Wiener Stadtgebiet Aspern, das erste Passivenergie-Studentenheim – werden nach ökologisch-nachhaltigen Gesichtspunkten errichtet. „Ich glaube es ist einfach notwendig, dass man hier dieses Bedürfnis der Studierenden auch unterstützt“, so Wimmer.