Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir Bioenergie-Anlagen oder Hackschnitzel-Heizwerke mit Innovationspreisen ausgezeichnet. Heutzutage sind solche Anlagen eine Selbstverständlichkeit in vielen Gemeinden, sowohl bei der Beheizung öffentlicher Gebäude als auch bei der Versorgung von Wohnbauten.

Holz als Wirtschaftsfaktor

Die Technologiesprünge in diesem Bereich, die Marktfähigkeit solcher Nahwärmenetze sind mit ein Grund, warum wir in großen Schritten wegkommen können von der Energieversorgung mit fossilen Rohstoffen. Einer unserer größten und wichtigsten Rohstoffe in Österreich ist das Holz: fast die Hälfte unseres Staatsgebietes ist mit Wald bedeckt.

Die Gemeinden erfüllen in dieser Hinsicht eine wichtige Vorbildfunktion. Oft sind öffentliches Interesse und kommunales Engagement die Triebfeder für die Errichtung von Nahwärmenetzen. Wenn sich einmal Gemeindeamt, Kindergarten und Schule an so ein Netz anschließen wollen, ziehen viele private Haushalte in den Ortszentren mit.

Für uns ist das nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen relevant. Wir bringen damit wieder Wertschöpfung direkt in die Region. Und wir schaffen Arbeitsplätze dort, wo die Menschen auch leben. Für landwirtschaftliche Betriebe sind die Holzwirtschaft und die Belieferung von Hackschnitzel-Systemen inzwischen zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein geworden, das Schwankungen in anderen Bereichen auffangen kann.

Gemeinden als Zulieferer

Insgesamt stehen die landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich unter zunehmendem Druck, sowohl organisatorisch, als auch finanziell. Der Strukturwandel trifft vor allen die kleinen und mittleren Landwirtschaften und zwingt sie zur Weiterentwicklung. Die Weltmarktpreise im agrarischen Bereich schwanken stark.

Wir bringen Wertschöpfung direkt in die Region, und wir schaffen Arbeitsplätze dort, wo die Menschen auch leben.

Hohe Investitionen können viele Betriebe ohne Preissicherheit aber nicht stemmen. In der Milchwirtschaft, im Ackerbau, aber auch in der Fleischproduktion ist das ein existenzielles Problem für die Landwirte.

Gleichzeitig haben wir als Staat, als funktionierende organisatorische Einheit aber auch eine Verantwortung, die Eigenversorgung der BürgerInnen mit Lebensmitteln sicherzustellen. Es wäre nicht klug, sich immer mehr von Importen abhängig zu machen und im Krisenfall nicht zur eigenen Versorgung in der Lage zu sein.

Produkte als Image

Pauschale Lösungen für diese Herausforderungen gibt es nicht. Ansätze sind einerseits eine möglichst hohe Spezialisierung in jenen Betriebsfeldern, in denen Endprodukte für die Konsumenten hergestellt werden. Andererseits aber auch eine möglichst breite Streuung der Produktionsbereiche in der klassischen Landwirtschaft. Wer auf mehreren Beinen steht, der wird nicht so leicht ins Wanken geraten, wenn eines davon kurzfristig zu wackeln beginnt.

Nicht zuletzt müssen wir aber auch die Eigen- und Außenwahrnehmung der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich verbessern. Vielfach ist nur noch von „bio“ die Rede. Dabei wird vergessen, dass auch die konventionelle Landwirtschaft in Österreich allerhöchste Qualität liefert und nachhaltig arbeitet. In keinem anderen Land der Welt sind die Qualitäts- und Produktionsstandards so hoch wie in Österreich.

Das ist ein Grund, stolz zu sein, vor allem aber ein wichtiges Motiv, um die klassische Landwirtschaft und ihr Image zu stärken. Als Hüter unserer Landschaften, als Produzenten gesunder und nachhaltiger Nahrungsmittel und als Lieferanten für ökologisch wertvolle und erneuerbare  Energieversorgung.