Mehr als 3 Milliarden Menschen sind mittlerweile online. Noch schneller als die Anzahl der menschlichen Nutzer steigt die Anzahl der nicht-menschlichen. Bald schon werden mehr Maschinen als Menschen online miteinander kommunizieren. Mit dem Internet der Dinge lernen die Gegenstände in unserem Alltag sprechen. Bisher war das vor allem für große Industrie- oder Logistikunternehmen interessant – etwa um jederzeit sagen zu können, wo sich welcher Container und was sich in ihm befindet.

Mit den sinkenden Kosten für Rechnerleistung und drahtlose Kommunikation sowie immer kleineren Bauteilen wird die Machine-to-Machine-(M2M)-Kommunikation nicht nur für private Haushalte, sondern vor allem auch für KMU interessanter. Eine zentrale Rolle kommt neben Bluetooth und WLAN vor allem dem Mobilfunknetz zu. Die drahtlosen Übertragungstechniken erlauben nicht nur eine einfachere und kostengünstigere Implementierung, da keine Kabel mehr verlegt werden müssen, sondern auch hochmobile Anwendungen.

 

Maschinen lernen zu kommunizieren

Die Grundlagen der Technologie sind Sensoren, die unterschiedlichste Dinge überwachen können – angefangen vom eigenen Heim bis hin zum Auto oder Kaffeeautomaten im Büro. Ein winziges M2M-Modem, das über eine Sim-Karte und eine Sende- und Empfangseinheit verfügt, um sich in das Mobilfunknetz einzuwählen, kann so kabellos Daten mit einem zentralen Server austauschen.

Der automatisierte Datentransfer eröffnet zahlreiche Möglichkeiten: Fenster, die sich zuhause bei Schlechtwetter automatisch schließen, Autos, die bei einem Unfall automatisch die Einsatzkräfte verständigen oder Kaffeeautomaten, die Funktion und Füllstand automatisch an die Service-Abteilung melden. So lassen sich komplexe Wartungsaufgaben zentral abwickeln oder für möglichst kurze Wegstrecken optimiert planen.

Remote-Diagnose und Wartungsfunktionen sind der Schlüssel zu kostengünstigen und hochqualitativen Service-Strukturen. Durch ein entsprechendes Interface können die Daten auch in Echtzeit dargestellt und mit Referenzdaten verglichen werden. So lassen sich Grenzwerte definieren, die automatisierte Benachrichtigungen auslösen. Es ist ebenso möglich, die Daten in firmeneigene Management-Tools zu implementieren und dort weiterzuverarbeiten. Gute Entscheidungen sind informierte Entscheidungen. Mit M2M steht jederzeit eine Fülle von Daten zur Verfügung.

 

Neue Geschäftsfelder erschließen

Einen so innovativen wie speziellen Service bietet etwa die französische Firma Medria. Ein mit Beschleunigungssensoren ausgestattetes Halsband erfasst das Bewegungsverhalten von Milchkühen und übermittelt dieses per Mobilfunknetz an die Server des Unternehmens. Die Daten werden dann mit den Referenzdaten zum Bewegungsverhalten brunftiger Kühe verglichen. Hintergrund der Anwendung ist die Beobachtung, dass sich Kühe während der Brunft aktiver bewegen.

Da nur schwangere Kühe viel Milch geben, ist es im Interesse der MilchbäuerInnen, sie möglichst rasch wieder zu besamen. Für eine erfolgreiche Besamung ist es nötig, den Zeitpunkt des Eisprungs exakt zu erwischen. Wird dieser verpasst, muss man bis zum nächsten Zyklus (3 Wochen) warten. Stellt der Service von Medria fest, dass eine Kuh brunftig ist, werden sofort per SMS MilchbäuerIn, Tierarzt und BesamungstechnikerIn verständigt. Dadurch lässt sich die Anzahl der Besamungsversuche senken und somit der Milchertrag steigern.

Das Beispiel zeigt, den Anwendungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Sie müssen aber kompetent an die Bedürfnisse von KundInnen angepasst werden. Im Rennen um diesen Wachstumsmarkt sind gerade Mobilfunkbetreiber interessiert daran, für potentielle KundInnen vom privaten Smarthome-Projekt bis hin zu professionellen KMU-Anwendungen maßgeschneiderte Lösungen zu finden, und stehen mit ihrem Know-how im Zentrum der aktuellen Entwicklung.